Mit dem Markoprint-Tintenstrahldrucker lassen sich bei der Kartonkennzeichnung die Etiketten einsparen© Bluhm

„Eine Kuh macht ‚muh‘ – viele Kühe machen Mühe!“ Und da Milchproduktion im Verbund viel besser funktioniert als alleine, haben sich schon vor über 130 Jahren die ersten Landwirte zu Molkereigenossenschaften zusammengeschlossen. Eine dieser ist Arla Foods, die inzwischen rund 12.800 Milch produzierende Landwirte in sieben europäischen Ländern vertritt und auf der ganzen Welt aktiv ist. Bei Arla arbeiten weltweit mehr als 19.000 Mitarbeiter Hand in Hand bei der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Milchprodukten.

 

In Deutschland ist Arla Foods an neun Standorten vertreten. Das größte Werk mit mehr als 1.000 Mitarbeitern befindet sich in Pronsfeld in der Nähe von Bitburg in der Eifel. Hier werden pro Tag vier Millionen Liter Rohmilch zu H-Milch, Milchpulver, Butter oder Mischstreichfetten verarbeitet. Die „weiße Ware“ wird täglich von mehr als 160 Tankwagen angeliefert. Sie stammt nicht nur von Landwirten aus der Eifel, vom Niederrhein und dem bergischen Land, sondern auch aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich.

Ansage an die Produktkennzeichnung
Pro Tag werden in Pronsfeld etwa vier Millionen Milchprodukte hergestellt – das entspricht fast 3.000 Einheiten pro Minute. Und jede einzelne Verpackung erhält vor dem Verlassen des Werkes eine Kennzeichnung mit den entsprechenden Produktions- und Haltbarkeitsdaten. „Eine Herausforderung für das Kennzeichnungssystem!“ erklärt Peter Bratsch, Projektmanager Verpackungstechnik bei Arla Foods: „Hier sind neben Zuverlässigkeit und Kostenbewusstsein vor allem Geschwindigkeit und Sauberkeit gefragt.“ Anvertraut wurde diese verantwortungsvolle Aufgabe dem thermischen Tintenstrahlsystem X4Jet aus dem Hause Bluhm Systeme. Denn diese Tintenkartuschentechnik aus Bluhm eigener Markoprint-Produktion arbeitet nicht nur äußerst sauber, sondern auch sehr schnell: Je nach eingesetzter Kartuschen-Technik lassen sich damit Produkte in einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 240 Metern pro Minute kennzeichnen. Gleichzeitig können die Kartuschen, die man auch aus dem Tintenstrahldrucker zu Hause kennt, schon fast mit weißen Handschuhen gewechselt werden, so sauber ist das Handling damit. Daher war für Peter Bartsch nach umfangreichen Tests bald klar: „Für das Bedrucken von Kartons gibt es keine sauberere Lösung.“

Sauber, schnell und kostenbewusst drucken
Mehr noch: Der X4Jet ist sehr kostenbewusst, da sich mit ihm die Etiketten bei der Kartonkennzeichnung komplett einsparen lassen. Das Drucksystem kann nämlich bis zu vier Druckköpfe gleichzeitig ansteuern. Und da die Druckköpfe von Hewlett Packard und Funai Druckhöhen von 12,5 Millimetern erreichen, lassen sich so in einer Gesamthöhe von maximal 50 Millimetern und einer Auflösung von bis zu 600 dpi alle Arten von Schriften, Logos und sogar Barcodes auf die gewünschte Verpackung drucken. Mit Druckköpfen von Trident könnte man sogar bis zu 400 Millimeter hoch drucken, müsste allerdings eine geringere Auflösung von 300 dpi in Kauf nehmen.
Die vier Schreibköpfe können aber auch getrennt voneinander arbeiten: Bei Arla Foods steuert der Markoprint X4Jet nämlich zwei Twin-Köpfe mit Kennzeichnungsgrößen von jeweils 25 Millimetern an unterschiedlichen Stationen. So können von einem System aus gleichzeitig Stirnseite und Seitenfläche eines Kartons mit Haltbarkeitsdatum und Chargeninformation bedruckt werden. Und damit der Abstand zu den unterschiedlich großen Produkten immer gleich ist, wurden die Druckköpfe auf eine federnd gelagerte Grundplatte montiert. Dank dieses sogenannten „Flex-Brackets“ lassen sich die Schreibköpfe in der Horizontalen um bis zu 20 Millimeter verschieben. Ein auf dem Förderband heraneilender Karton drückt den Druckkopf zur Seite und gibt ihm entsprechende Führung.
Die Bedienung des X4Jet-Steuergerätes erfolgt über ein einzelnes großes Drehrad – das sogenannte „Togglewheel“. Intuitiv lassen sich damit durch Drehen und Drü­cken Einstellungen auswählen und Funktionen bestätigen. Über das Steuerrad können die Mitarbeiter von Arla auch Daten wie zum Beispiel Chargennummern kurzfristig verändern. Die Druckdaten werden im Vorfeld mit der i-Design-Software auf einem normalen PC erstellt und dann entweder über RS232-, Ethernet- oder USB-Schnittstelle auf den Drucker übertragen. Heinz Arens, Verantwortlicher für Drucksysteme bei Arla Foods, will diesen Prozess künftig allerdings vereinfachen und beschleunigen: „Wir planen die Vernetzung unserer X4Jet-Systeme, damit wir von einem Rechner aus den Überblick über alle Drucker haben.“ Mit der entsprechenden Software von Bluhm ist das kein Problem: Alle Drucker erscheinen als Symbol mit genauer Standortangabe auf dem Bildschirm. Auf einen Blick lässt sich erkennen, welcher Drucker gerade welchen Text druckt und ob er bald eine neue Tintenkartusche benötigen wird.

Acht Tintenkartuschen wurden höhenversetzt in einem einzigen Druckkopfkombiniert und erzeugen das für die Export-Lieferadressen notwendige, 100 Millimeter große Schriftbild© Bluhm

Nicht nur Karton-, sondern auch Papiersackkennzeichnung
Bei Arla Foods werden aber nicht nur Kartons gekennzeichnet: Ein anderes Codiersystem druckt Lieferadressen auf 25-Kilo-Säcke für den Export. Acht Funai-Tintenkartuschen, die höhenversetzt in einem einzigen Druckkopf vereint wurden, erzeugen das dazu notwendige, 100 Millimeter große Schriftbild. Dieser Druckkopf wurde an eine Traverse montiert, damit er seinen hochaufgelösten Druck sowohl in der Vorwärts- als auch in der Rückwärtsbewegung aufbringen kann. Ein weiteres Markoprint-System steuert den Druckkopf: Der Tintenstrahldrucker beinhaltet einen kompletten Industrie-PC mit großem Touchscreen. So lassen sich die Layouts nicht nur direkt am Gerät auswählen, sondern sogar selber gestalten.
Ob Karton oder Papiersack: Für fast jede Produktoberfläche hat Bluhm die passenden Tinten im Angebot. Die Spezialtinten haften nicht nur auf saugenden, sondern ebenfalls auf nicht saugenden Oberflächen wie beispielsweise Folien oder  metallenen Verschlussdeckeln. Weiterer Vorteil: Die Tinten können lange Zeit offen bleiben, ohne einzutrocknen oder die Düsen zu verstopfen. „Zugegebenermaßen gehen wir mit unseren Tintenkartuschen recht rustikal um“, erklärt Heinz Arens: „Auch wenn ein Drucker mehrere Tage nicht benutzt wird, lassen wir die Kartuschen oft unverschlossen im Druckkopf. Unsere Mitarbeiter wischen den Kopf dann einfach mit einem leicht feuchten Tuch ab, bevor wir in gewohnter Qualität weiterdrucken.“ Am Anfang der Produktionskette können viele Kühe getrost viel Mühe machen: Markoprint-Drucker von Bluhm Systeme erleichtern der Molkereigenossenschaft schließlich später die Produktkennzeichnung.

Damit der Abstand zu den unterschiedlich großen Produkten immer gleich ist, werden dieDruckköpfe auf eine federnd gelagerte Grundplatte montiert. Dank dieses „Flex-Brackets“ lassen sich die Schreibköpfe in der Horizontalen um bis zu 20 Millimeter verschieben© Bluhm