Stolz auf die zukunftsweisende Duo-Pack-Neuentwicklung bei BUERGO.FOL: Dr. Karl Stark, Produktentwicklungschef im Unternehmen BUERGO.FOL

…und genau das tut die neu entwickelte BUERGO.FOL-Käseverpackung Duo Hard auf faszinierende Weise. Ein Gespräch mit deren Entwickler, der sagt: „Es muss Öko und logisch sein“

Hersteller von verpacktem Kühlregalkäse wissen schon lange, dass sie qualitätsmäßig mit offen verkauftem Käsethekenkäse immer besser mithalten können. Auf die Überholspur zu kommen, also dem Konsumenten sogar besondere Vorteile zu bieten, scheint nun mit einer komplett neuen Käseverpackung mit nie da gewesenen Funktionen möglich. Wir sprachen darüber mit Dr. Kurt Stark, Spezialist in Polymer- und Kolloidchemie, Leiter der Produktentwicklung technischer Folien und Director Business Development beim renommierten Kunstofffolienhersteller BUERGO.FOL.

MN: Sie forschen nun schon sehr lange beim Thema Milchprodukte an immer optimaleren Verpackungen, hinsichtlich Frische, einfachem und sinnvollem Handling für den Kunden, Optik, Wiederverschließbarkeit bis hin zu den Umweltaspekten solcher Kunststoffverpackungen. Viel High-Tech-Aufwand – gibt es seitens Ihrer Kunden auch öfter Extrawünsche?

Stark: Diese gehören eher der Vergangenheit an. Wir bieten schließlich immer das Optimum, zudem gilt: Bei der Verpackungstechnik weiß der Kunde heute sehr genau, was er muss und was er will. Gibt es dann doch Sonderwünsche und Fragen, dann vielleicht mal in Bezug auf ein anderes Druckbild, etwa bei Aktionen, also eher optische Dinge. Insgesamt sind Kunden aber tatsächlich langfristig mit den ausgewählten Verpackungen zufrieden. Da Verpackungen aber das Produkt verkaufen, werden seitens des Handels immer Innovationen erwartet und eingefordert.

Klipp-Klapp, auf-und-zu ist die geniale Verpackung: So einfach wie bei der neuen Duo-Hard-Verpackung war es noch nie, angebrochenen Käse frisch zu haltenRicardo Alfaia / BUERGO.FOL

MN: Naja, Sie sind ja seit Jahrzehnten auch am Puls des Kunden und bieten State-of-the-art, also das jeweilige Optimum; da fällt im Kühlregal derzeit ein immer breiterer Auftritt der zuklappbaren, rundum recht festen Käseverpackungen auf…

Stark: Sie sprechen just unsere wichtige Neuentwicklung Duo-Hard an. Duo, gleichbedeutend „zwei“, weil nicht nur die untere Schale, sondern auch der Deckel hart ist, es ist fast wie eine Art Tupper-Schachtel; mit einem sehr intelligenten Wiederverschluss: Nicht mit einem Kleber auf der Oberfläche wie bei Verpackungen mit sehr dünner Oberfolie, bei denen der Kunde beim Wiederverschließen immer sehr vorsichtig und geduldig beide Teile wieder zum Zusammenkleben bringen muss. Bei Duo Hard geht das Schließen blitzschnell und sicher. Wichtige und namhafte Kunden, etwa große Käsereien in den Beneluxländern, für die wir die Neuentwicklung anfangs initiiert haben, schätzen Duo Hard sehr. Letztlich hat das Marketing des Handels diese Anforderungen gestellt: stabiler Deckel, Verformbarkeit, optische Struktur, leicht (wieder)verschließbar, stapelbar und kein Kleber. Dafür bietet BUERGO.FOL nun die optimale Lösung.

MN: Hier gleich unsere üblichen Umweltfragen: Duo Hard ist viel fester als eine krumpelige Dünnfolie, ist ästhetischer und vom Handling her perfekt – aber ist das dickere, festere Plastik nicht ein Umweltproblem?

Stark: Die hauptsächlichen Unterschiede bestehen beim Deckel. Wenn die Deckelfolie bislang vielleicht – drücken wir es in für jeden verständlichen Millimetern aus – 0,07 Millimeter dick war und die Unterfolie etwa 0,3-0,45 Millimeter, so ändert sich bei Duo-Hard an der Stärke der Unterfolie meist nichts, nur die Oberfolie wird stärker, liegt aber mit ca. 0,25 mm auch noch unter der Dicke der Unterfolie. Wobei wir da beim Oberdeckel auch mit bewährtem APET-Material arbeiten.

MN: Der auch für den Konsumenten sehr angenehme Vorteil ist doch wohl: Man braucht keine Klebefolie, weil der fes­tere Oberdeckel perfekt in das untere Verpackungsteil „einschnappt“…

Stark: …richtig…

MN: …und nimmt man einen solchen angebrochenen Käse etwa für unterwegs mit, gibt es keine unästhetischen Überraschungen mehr, die Verpackung ist recht stabil geschlossen. Duo-Hard kommt bei Kunden gut an?

Stark: Tut es, ja; es ist solide, robust. Wir haben ja nur den Oberdeckel etwas fester gemacht, damit man ihn optimal thermoformen kann, sodass der Oberdeckel beim Wiederverschließen perfekt in den Unterdeckel greifen kann…

MN: …es ist ja fast so ein elegantes Hineinflutschen des Oberdeckels in die untere „Wanne“, in welcher der Käse liegt…

Stark: …ja, wie ein Schnappverschluss, damit wie beim Fingerhakeln alles gut ineinandergreift und somit die Verpackung auch gut wiederverschlossen ist. Die Entsorgung ist dann auch ganz problemlos im deutschen Dualen System möglich. Ich weiß sehr wohl, dass im Dualen System leider öfter nicht recycled, sondern ganz einfach verbrannt wird, aber man muss sich hier recht beruhigt vor Augen halten, dass vom gesamten Erdölverbrauch weniger als ein Prozent auf Verpackungen fällt! Der absolute Löwenanteil läuft ja immer noch durch die Benzintanks und wird also direkt verbrannt. Es würde also eigentlich nicht einmal etwas dagegen sprechen, wenn man die Verpackungen gleich verbrennen würde; wenn man die Dinge wirklich sortenrein trennen kann, kann man übrigens das Material wiederverwenden – was wir firmenintern tun.

Wir reden hier von Verbundfolien, Polyester, das APET, verbunden mit einer (Hoch)Barrierefolie bestehend aus Polyolefin, Gasbarrierematerial EVOH und gegebenenfalls Polyamid. Die Kaschierfolien sind also auch die Barrierefolien. Die brauche ich, um den Gasaustausch fernzuhalten, damit der Käse nicht ranzig wird. Die beiden Barrierefolien stimmen wir oben und unten exakt aufeinander ab: Zur Dichtigkeit ideales Siegelverhalten und für leichtes Öffnungsverhalten ein maßgeschneidertes Peelverhalten.

Alles im Eimer: So soll es sein, kein Luftkontakt, keine Undichtigkeit darf sein. Die neue BUERGO.FOL-Siegelfolie sorgt dafürRicardo Alfaia / BUERGO.FOL

MN: Duo-Hard heißt die neue Verpackung, weil eben Deckel wie Schale relativ fest sind?

Stark: Die Schale ist wie die Kruste eines Krebses und besteht wie gesagt aus thermoformbarem Material, in diesem Fall bevorzugt aus amorphem Polyester (APET). Oberwie Unterdeckel sind thermogeformt, so unterscheidet sich Duo-Hard durchaus von den herkömmlichen Verpackungen, bei denen nur untere Teil hart ist – darum eben Duo-Hard. Dazu kommen eben noch Folien, die darauf kaschiert werden, und fertig ist die optimale und schöne Verpackung für das Lebensmittel…

MN: …die sich im Milchindustriebereich sehr für geschnittenen Käse eignet. Man erreicht so eine optimal lange Zeit der Frische?

Stark: Genau. Schauen Sie, ein offen verkaufter Käste schmeckt doch, selbst wenn ich ihn nach teilweisem Verzehr wieder gut einwickle, schon am nächsten nicht mehr so gut. Er nimmt im Kühlschrank Gerüche an, wird bald ranzig am Rand. Aber verpackter Käse aus dem Kühlregal muss dann auch eine echte Alternative bieten. Und das tut er mit der Duo-Hard-Verpackung wie nie zuvor.

Zauberwort metallisierte Folie: Solche Folien sind nicht neu, man arbeitet schon länger mit ihnen. Aber hier hat BUERGO.FOL ganz einfach lange getüftelt und diese Folien mit anderen Werkstoffen neu kombiniert – und damit ganz neue Folien-Funktionen...Ricardo Alfaia / BUERGO.FOL

MN: BUERGO.FOL nimmt sich Zeit bei Neuentwicklungen – Sie setzen auf beständige Evolution statt auf knallige Effekte, die vielleicht nicht lange währen?

Stark: Selbstverständlich, wir schlagen grundsätzlich richtige Richtungen ein und diese werden beständig weiterverfolgt, weiterentwickelt. Was bewährt ist, kennt man und dies zu ändern, das macht keinen Sinn. Die wieder ganz neue, supertolle Verpackung, was sollte das sein… Wir haben Duo Hard in Ruhe und mit Verstand als langfristige Neuentwicklung kreiert. Man muss auch sehen, dass für solche Entwicklungen entsprechende Anlagen zur Verfügung stehen müssen, fürs Formen oder Schrumpfen und so weiter. Kein Käsehersteller will schließlich ständig seine Verpackungs-Anlagen auswechseln. Modifizierungen beziehungsweise Umbauten an bestehenden Anlagen sind allerdings möglich.

MN: Zu Ihren Neuentwicklungen gehört auch die Schutz- und Siegelfolie für Eimer aus Polypropylen…

Stark: …ganz in Kürze: Luftdichtigkeit, Barrierewirkung und Schutzfunktion, darum geht es hier. Habe ich den oberen Deckel entfernt, muss ich noch die schützende Folie herunterziehen. Da ist das Design sehr wichtig, das der Folie und des dünnen Deckelrandes. Ich muss bei dem dünnen Eimerrand, also dem wenigen, was ich hier habe, ein gutes Ergebnis erzielen.

MN: Prinzipiell ähnlich der Fertigsuppen in Plastikbechern mit abziehbarem Deckel?

Stark: Ja, schon ähnlich, aber wir zielen hier natürlich mehr auf den gewerblichen Bereich ab. Diese Eimerfolie geht für vieles, für schwimmende Mozarellakugeln, Honig oder Saucen – für alles, was semiflüssig oder richtig flüssig ist eignet sich die neue Schutzfolie.

...möglich machen können. Darunter fallen etwa innovative metallisierte Folien mit Barrierefunktion. Dazu hat man sich an „anspruchsvolle“ Kombinationen herangetraut, was nicht einfach zu bearbeiten war, aber eben sinnvolles Neues ermöglichteRicardo Alfaia / BUERGO.FOL

MN: Sinnvoll für alles, was sonst in Glasbehältern mit Deckel kommt, die ja recht schwer sind?

Stark: Ja - ich sage hier nur: Der Inhalt muss viel kostspieliger sein als die Verpackung! Bei Kunststoffverpackungen habe ich zum Beispiel in diesem Sinn bei Joghurt folgendes Verhältnis: 97% des Gewichts entfallen auf den Joghurt, drei auf die Verpackung! Fülle ich ihn aber in Glas ab lautet die Relation, 30 bis 40% des Gewichts entfallen auf das Glasbehältnis, die Kosten mit eingeschlossen.

MN: Eine dritte Neuerung bilden die hoch veredelten metallisierten Folien. Was ist hier das Besondere?

Stark: Metallisierte Folien gibt es eigentlich schon lange. Wir haben aber unsere Folien nun verschiedenartig kombiniert und können dadurch wesentlich mehr Effekte bieten. Denn wir ziehen eben nicht nur übliche metallisierte Folien heran, sondern auch Folien, die sich ansonsten kein Mensch zu metallisieren wagt. Damit haben wir viel mehr Möglichkeiten. Wir können mit gewöhnlichen metallisierten Folien arbeiten, aber auch mit Folien mit Barrierefunktion. Wir nehmen also nicht immer die herkömmliche Metallisierung her, die leicht, sozusagen dankbar, ohne besondere Probleme machbar ist, sondern trauen uns, auch andere und deutlich anspruchsvollere Folien zu metallisieren, um die Verbindung zu vielen anderen Möglichkeiten zu schaffen.

Das Auge isst mit. Und kauft auch mit. Darum legt BUERGO.FOL großen Wert auf die optischen Möglichkeiten – hier das Verpackungs-FarbenspektrumRicardo Alfaia / BUERGO.FOL

MN: Was ist die Herausforderung?

Stark: Etwa bei der angesprochenen Duo-Hard-Verarbeitung: Hier wird ja oben und unten thermogeformt, dem steht die etwas starre metallisierte Folie gegenüber. Die…

MN: …ist da etwas zu störrisch sozusagen?

Stark: Genau, sie könnte abplatzen und ähnliche Nachteile mit sich bringen. Wir haben hier aber ein sehr gutes Thermoformverhalten realisiert. Hier können auch keine Metalldetektoren anschlagen, auch das können wir einstellen dank unserer Traute, ganz einfach andere Foliensysteme herzunehmen und diese zu metallisieren, um Produkte zu erreichen, die für den Verbraucher im Kühlregal einen besonderen Blickfang darstellen. Man sieht das im Ergebnis recht schön etwa bei verpacktem Lachs; bei Käseprodukten ist da meiner Ansicht nach noch sehr viel möglich. Der Metalleffekt mit transparentem Deckel, das wirkt wirklich edel. Spiegeleffekte, Lichtspieleffekte, man kann hier variieren, Vielfalt erzeugen, die mit normalen Methoden bisher nicht möglich sind. Und man hat zusätzlich eine Funktion: Ich kann mit der Metallisierung eine gute Barrierewirkung erzeugen; und kann das alles auch noch thermoformen, was mit normalen metallisierten Folien nicht oder nicht so leicht funktionieren würde.

Gold und Silber lieb' ich sehr, kann's auch gut gebrauchen: Dies gilt durchaus für die genialen metallisierten Folien von BUERGO.FOLRicardo Alfaia / BUERGO.FOL

MN: Optik, Präsentation und Funktion – es gibt also überall Luft nach oben…

Stark: …ja, und damit kann ich so intensiv optimieren, dass der Kunde lieber auf mein Produkt zugreift. Es gibt schließlich zur Wirkung von Verpackungen genügend psychologische Studien.

MN: Das Auge isst mit sagt man – und dem gemäß kann man sagen, das Auge kauft mit. Was sind die künftigen großen Herausforderungen in Ihrer Arbeit? Oder geht es nun eher um eine ruhige, homogene Weiterentwicklung?

Stark: Wohl um beides. Aufgrund der bestehenden Maschinenparks bei Herstellern und der Tatsache, dass keiner sich ständige Änderungen antun möchte, werden sich erst einmal die Folien nun nicht so großartig ändern. Da geht es also um Prozesse, die erst in Jahren greifen. Ein Thema aber ist schon das permanente Fine-Tuning, etwa bei der Frage, ich möchte diese oder jene Öffnungscharakteristik bei meiner Verpackung. Die Bevölkerung wird älter, alte Leute haben weniger Kraft in der Hand, da könnte es etwa um seniorengerechte Verpackungen gehen, dies nur als ein Beispiel für künftige Überlegungen. Und für diese Gruppe der Älteren, die ja auch viel kleinere Essensportionen zu sich nimmt, muss ich meine Verpackungen doch auch so designen, dass der Inhalt auch noch am nächsten Tag frisch ist. Diesen Dingen wird für mein Dafürhalten derzeit noch etwas zu wenig Gehör geschenkt.

MN: Dasselbe gilt doch auch für junge Konsumenten, die oft nur selten zu Hause sind und die auch ihre angebrochenen Packungen nicht nach zwei Tagen Absenz gleich wegwerfen wollen…

Stark: …genau. Dafür haben wir nun ein ideales Verpackungssystem. Es wird insgesamt langfristig so bleiben, für spezielle Ziele muss man dann eigentlich nur Nuancen ändern. Man kann also auf denselben Anlagen arbeiten und dennoch diese Nuancen umsetzen, um spezielle Wirkungen in der Funktion der Verpackung zu erreichen. Insofern ist nicht nur das Produkt selbst wichtig, sondern eben auch die Verpackung mit ihren speziellen Effekten und damit auch die Möglichkeiten mit Blick auf die jeweilige Kundengruppe.

MN: Wie sieht es bei den Grundstoffen für ihre Produkte hinsichtlich der Preisentwicklung aus?

Stark: Hier muss man erkennen, dass der Rohstoffmarkt fest in den Händen weniger Anbieter/Hersteller ist. Aufgrund dieses Oligopols, gepaart mit der Marktmacht dieser Lieferanten, ist die Preisentwicklung der Rohstoffe vom Rohöl abgekoppelt. Man kann eben nicht an der Tankstelle auf den Preis der Rohstoffe schließen. Das Marktverhalten unserer Lieferanten macht es uns regelmäßig schwierig, hier schnell auf Preisänderungen zu reagieren. Im Granulat-Bereich ist es gegenteilig wie in der Milch-Industrie: Es gibt wenige Anbieter. Diese haben enorme Marktmacht.

Die BUERGO.FOL-Standorte liegen allesamt in Bayern. V.l.n.r.: Ingolstadt, Neutraubling und SiegenburgRicardo Alfaia / BUERGO.FOL

MN: BUERGO.FOL hat sechsmal mehr Mitarbeiter als vor 20 Jahren…

Stark: …es sind nun über 300…

MN: …und es wurden in den vergangenen 17 Jahren über 55 Millionen Euro investiert…

Stark: …es geht bereits auf 60 Millionen, denn es vergeht kein Jahr, in dem bei uns nicht investiert wird, letztlich stark im Veredelungsbereich. Künftig, davon gehe ich aus, wird dies wieder stärker im Folienherstellungsbereich geschehen.

MN: BUERGO.FOL wird nun, im Dezember 2015, genau 44 Jahre alt – eine wunderbare Schnapszahl. Ihre Bilanz hierzu in knappen Worten?

Stark: (lacht) BUERGO.FOL und 44, da war doch was mit Caesar – aber mit BUERGO.FOL wird es bestens weitergehen. Wir treiben Entwicklungen weiter, basierend auf guten Traditionen und viel Erfahrung. Wir kennen die Märkte bestens, sind nahe an den Anforderungen der Zeit, wissen, was die Kunden benötigen und wohin die Reise geht. Wir haben einen Vollblutunternehmer an unserer Firmenspitze und kennen die Trends, die Anforderungen, wissen um den Zahn der Zeit.

Close-up-Foto aus dem BUERGO.FOL-Technikum für Forschung und Kontrolle: Hier wird x-mal getestet und wieder getestet, chemisch geprüft, gemäß Vorschriften perfekt korreliert – vorher geht nichts in SerieRicardo Alfaia / BUERGO.FOL

MN: Sie haben ja auch nicht von ungefähr den Sustainability Award von 2015 erhalten…

Stark: …haben wir; ja, das wurde endlich gewürdigt.

MN: Was genau wurde gewürdigt?

Stark: Dies: Wie kann ich Ressourcen, Rohstoffe noch besser, gewissenhafter und verantwortungsvoller einsetzen, auch für nachfolgende Generationen? Dies in einer Zeit, in der die Suche nach Alternativen immer noch nicht einfach ist. Biobasierte Polymere oder biologisch abbaubare Kunststoffe haben immer noch nicht den Durchbruch erzielt, fristen noch ein Nischendasein, wie mir jüngst auch die Fachpack-Messe zeigte. Man bleibt eben noch bei erdölbasierten Rohstoffen, die gut laufen.

MN: Ihr Wunsch wäre aber schon, dass sich bei den Biopolymeren mehr tut?

Chemie, perfekte Technik, Verpackungs-Know-how: Klingt alles sehr technisch – das Ziel ist jedoch Gesundheit und...BUERGO.FOL

Stark: Für Bioprodukte würde es Sinn machen, diese sollten in Bioverpackungen verpackt werden. Man muss dann aber auch gut aufklären, was eine Bioverpackung ist, warum es eine Bioverpackung ist – nämlich weil es entweder aus nachwachsenden Stoffen kommt oder weil es kompostierbar ist. Menschen in solchen Dingen gut zu informieren, da tut man immer gut daran. Einfach „Bio“ auf eine Packung zu drucken ist zu wenig, damit kann keiner was anfangen. Wenn wir nun den Sustainability Award bekommen haben, da muss ja auch klar sein, warum wir den bekommen haben. Oder, im selben Sinn: Die Aussage, dass eine Verpackung kompostierbar ist reicht nicht, es muss gesagt werden, dass sie tatsächlich kompostiert wird.

MN: Sie meinen damit, die ganze Kette muss immer stimmen, damit die Dinge Sinn machen?

Stark: Richtig. Die Logik muss stimmen. Es muss Öko und logisch sein… In dem Sinn versuchen wir als BUERGO.FOL Logik in unser Portfolio hineinzubringen. Das gilt für alle Funktionen, Arten der Verpackung, die vielen Folien, Becher, Eimer… Wenn die Kette stimmt, erhält der Kunde auch sein ausgeklügeltes, passendes Produkt. Wir müssen dem Kunden auch neue Ideen vorstellen, kreativ sein, wenn wir beraten, denn man kann immer etwas besser machen.

MN: Dazu zählt?

...immer frischer, allerbester Käse-Geschmack, dies über möglichst langen Zeitraum, sowie ein lebensmittelchemisches Optimum. Innovative Verpackungen ermöglichen diesRicardo Alfaia / BUERGO.FOL

Stark: Wir müssen etwa künftig intensiver auf das Thema migrierende Stoffe achten, entsprechend dem intensiven Gesundheitstrend. Da geht es nicht nur um Barriereschutzfolien, sondern auch um die Frage eingesetzter Additive, also um eine sehr sorgfältige Auswahl unter den zugelassenen Materialien. Wir prüfen hier immer auch selbst. Wir können ja als Folienhersteller Einfluss nehmen, haben also Verantwortung. Wir können bei den für die Folienproduktion verwendeten Rohstoffen die Schmelzpunkte variieren, wir haben Einfluss bei der Herstellung auf die mechanischen Eigenschaften der Folie. Es gibt sehr viele Polymere, die zur Auswahl stehen, also muss man sich als innovatives Unternehmen fachkundig machen, um zu sehen, was man vom Rohstoff bzw. Rezept her, vom Verfahren her, bei der Folienherstellung bis hin zur passenden Einstellung auf den eigenen Anlage und denen der Kunden optimal tun kann – man muss tatsächlich äußerst viel beachten. Wir schreiben Qualität wirklich enorm groß. Unsere Kunden sind ja auch relativ nahe, der Fokus liegt auf dem europäischen Mark, auch wenn wir über 40 Länder beliefern und 60% Exportquote haben.