Gute Ergebnisse, weil „alle an einem Strang gezogen haben“: Benjamin Zaremba, Leiter des Produktmanagements bei der BMIBMI

Er ist leicht, handlich und seine Peelfolie kann einfach mit der Hand abgezogen werden: Mit ihrem neuen Verpackungseimer begeistert die Bayerische Milchindustrie eG (BMI) die Küchenchefs

Milch-News interviewte Benjamin Zaremba, Leiter Produktmanagement bei der Großmolkerei BMI (Bayerische Milchindustrie, Landshut), über die Bedeutung von Convenience und die gemeinsame Verpackungsentwicklung mit Jokey.

MN: „Es ist doch nur ein Eimer“ könnte man sagen, warum darüber eine große Geschichte? Aber der Fachmann weiß natürlich, dass es oft die scheinbar einfachen Dinge sind, die in der ganzen Milchwirtschaftskette eine erhebliche Rolle spielen – und dass dem Eimer eine extrem große Bedeutung zukommt. Im aktuellen Fall, der Entwicklung des neuen Jokey-Seal-Tainers, waren Sie als Molkerei BMI, Bayerische Milchindustrie, in einem gemeinsamen Team mit dem Verpackungshersteller Jokey intensiv in die Entwicklungsphase eingebunden. Wie kam das?
Zaremba: Auch wir als BMI wollen uns stetig weiterentwickeln, wollen Produkte im besten Sinne schlanker machen, sie optimal auf den Endverbraucher zuschneiden. Viele Endverbraucher erhalten unsere Produkte in Eimern. Hier optimale Verbesserungen zu bewirken, war das Ziel dieser Zusammenarbeit.

MN: Was waren die wichtigsten Vorgaben und Anforderungen?
Zaremba: Neben dem Thema Ressourcen stand für uns die Peelfolie im Fokus. Mit dem neuen Jokey-Seal-Tainer braucht unser Molkereikunde keine Hilfsmittel, keine Messer oder andere spitzen Gegenstände mehr, um die Siegelfolie des Eimers aufzuschneiden. Er kann die Folie ganz einfach abziehen, peelen – das ist ein enormer Pluspunkt.

MN: Ist das tatsächlich so wichtig?
Zaremba: Im Vorfeld der Verpackungsentwicklung haben wir selbstverständlich Marktrecherchen bei unseren Kunden durchgeführt. Wir haben die Küchenchefs befragt und die Thematik der Siegelfolie kam immer wieder zur Sprache. Die Tatsache, dass man die Siegelfolie mit einem Messer durchschneiden musste, wurde von vielen zu Recht als Problem gesehen. Dabei kann beispielsweise ein Folienteil ins Produkt fallen, was einer Kontaminierung gleichkommt.

Leckere und frische Milchprodukte von hoher Qualität, das ist für die renommierte Molkerei BMI, die Bayerische Milchindustrie in Landshut, das Maß der Dinge. Damit dies über die ganze Kette perfekt gewährleistet bleibt, arbeitete man mit am neuen Jokey Seal-TainerBMI

MN: Es wurde also sowohl von Jokey als auch von BMI eingehend für die Entwicklung des neuen Behältnisses recherchiert?
Zaremba: Richtig, vor der Produktentwicklung müssen wir die Befindlichkeiten des Kunden vor Ort genau verstehen – auch wenn es um die scheinbar einfache Frage geht: Wie lässt sich so ein Eimer am besten öffnen? Bei vielen herkömmlichen Eimern ist seitlich ein Verschluss und man muss eine Lasche nach oben knicken. Hier sagten manche Küchenchefs, die Lasche sei ihnen schon oft abgebrochen und in den Eimer gefallen oder jemand habe sich an dem Plastikteil geschnitten. Ein Eimer scheint etwas ganz Einfaches zu sein. Aber gerade bei diesem vielgenutzten Verbrauchsprodukt erschien es uns sinnvoll, weiter zu denken und weiter zu entwickeln. Mit Jokey haben wir den idealen Partner für diese gemeinsame Entwicklungsarbeit gewählt. Das Ergebnis, der neue Jokey-Seal-Tainer, kommt bei den Küchenchefs bestens an. Alle sind hellauf begeistert von dem neuen Eimer – was für uns als Molkerei nur gut sein kann.

MN: Neben der Peelfolie als Novum: Was ist aus Ihrer Sicht ein weiterer USP, Unique Selling Proposition, bei der neuen Eimertechnik?
Zaremba: Ganz klar die Griffmulden, diese Drei-Finger-Mulden, welche Jokey und BMI gemeinsam entwickelt haben. Diese Kreation kam bei allen Küchenchefs wirklich wunderbar an, sie waren ohne Übertreibung hoch erfreut von der Neuerung.

MN: Diese Griffmulden machen das Öffnen des Deckels kinderleicht, einfach in die ergonomisch gut geformten Mulden greifen...
Zaremba: ...und schon lässt sich der Deckel abheben.

„Einfach zu öffnen“: Wer es einmal ausprobiert hat, weiß, dass genau dies eine der wirklich angenehmen und sinnvollen Neuerungen beim Seal-Tainer istBMI

MN: Und beim Abziehen der Folie geht offenbar auch alles sehr leicht: Es bleiben am Rand keine Folienteilchen hängen, die im Hinblick auf Keime und Ästhetik ein Problem darstellen könnten?
Zaremba: Richtig. Das optimiert nicht nur gesundheitliche und ästhetische Faktoren, es spart auch Ressourcen. In Küchen werden solche Eimer nach Verbrauch des Molkereiproduktes gerne ausgewaschen und für andere Verwendungen eingesetzt. Dafür muss der Eimer aber optimal gereinigt werden können. Das rückstandslose Ablösen der Peelfolie ist hierbei ein großer Vorteil. Am Eimerrand können sich keine Bakterien bilden. Für uns als Molkerei ist die gute Absicherung der Produktqualität über die ganze Verbrauchszeit ein sehr wichtiger Faktor. Es entspricht nicht einer zeitgemäßen Hygiene, wenn in Küchen beispielsweise offene Salate oder Fleisch in der Nähe von Eimern stehen, die ein Bakterienrisiko bergen. Insgesamt kann man sagen, der neue Jokey-Seal-Tainer bringt einen optimalen Produktschutz bei gleichzeitig stark verbesserten Anwendungsabläufen und einem sehr angenehmen Anwendungskomfort.

MN: In welchen Größen verwenden Sie den Eimer bei der BMI?
Zaremba: Aktuell als 5- und als 10-kg-Eimer. Ab Mitte 2017 soll er zusätzlich in der 3-kg-Version zur Verfügung stehen. 5 und 10 Kilo sind bei uns die größten Gebinde im Eimerbereich.

MN: Für welche Produkte verwendet die BMI den neuen Eimer?
Zaremba: Von Schlagsahne, Schmand, Fruchtjoghurt über Quark bis hin zu Puddings und anderen Desserts. Wir setzen die Eimer bei unseren zwei großen Marken im Frischproduktbereich ein: Frankenland und Haydi. Letztere hat ethnische Kunden als Zielgruppe. Beide Marken sind in der Gastronomie bestens bekannt.

MN: Spielt das Thema Gewicht des Eimers überhaupt eine Rolle?
Zaremba: Niemand will schwer tragen. Das Gewicht hängt zudem direkt mit Nachhaltigkeit zusammen – für uns als Molkerei, wie auch für unsere Kunden. Und von denen kam bislang für unsere guten Produkte und nun auch für diesen neuen Eimer stets positives Feedback. Unsere Außendienstmitarbeiter kennen die Küchenchefs bestens und berichten von einer durchgehendpositiven Resonanz. Das verdanken wir der engen Zusammenarbeit mit Jokey. Gemeinsam haben wir in vielen Meetings und zahlreichen Tests beispielsweise den Bügel des Eimers weiterentwickelt und ihn optimaler gestaltet. Er ist jetzt dünner, schmaler, liegt hervorragend in der Hand und ist in keiner Hinsicht scharfkantig.

Wie ein alchemistisches Labor muten die modernen Arbeitsplätze an, in denen nach optimalen Materialien geforscht wirdBMI

MN: Es ist nur ein Eimer– und doch steckt so viel Entwicklungsarbeit darin?
Zaremba: Richtig. Es ist, in Anführungsstrichen, „nur“ ein Eimer. Zerlegt man ihn aber in seine Einzelteile, schaut seine Zusammensetzung an, sieht seine Funktionen und Vorteile, dann steckt in so einem Eimer ganz schön viel drin!

MN: Viel Konzeption und Konstruktion?
Zaremba: Genau! Für ein möglichst geringes Gewicht muss er dünnwandig sein und dennoch stabil. Der Jokey-Seal-Tainer ist deshalb so ausgereift, weil die Zusammenarbeit von BMI als Molkerei mit Jokey als Hersteller des Eimersystems sehr gut war und immer noch ist. Wir saßen oft am gemeinsamen Tisch und tüftelten. Alle waren dabei, bis hin zum Produktionsleiter. Man diskutierte, was technisch machbar ist, ebenso darüber, was der Kunde draußen braucht – und natürlich über Umwelt- und Ressourcenfragen. BMI hat sich stark eingebracht, etwa bei der Gestaltung des Bügels, wo viele Aspekte beachtet werden mussten. Zum Beispiel sollte sich an der Öse möglichst kein Staub absetzen, denn es darf auf keinen Fall Staub ins Produkt gelangen. Jokey lieferte die Grundkonzeption und war in den gemeinsamen Sitzungen als Verpackungshersteller natürlich federführend. Dennoch wurde trotz unterschiedlicher Kompetenzen stets auf Augenhöhe miteinander gearbeitet, auf diese Weise entstehen einfach die besseren Produkte. Wir als Kunde konnten unsere Vorstellungen sehr gut einbringen und jetzt sind wir mit unserem neuen Eimer Vorreiter am Markt. Somit war die gemeinsame Entwicklung eine Bereicherung für beide Seiten.

MN: Diese gute Zusammenarbeit zeigt Ihre Offenheit für Innovationen.
Zaremba: Innovation betrifft bei BMI alle Bereiche. Dazu gehört nicht nur unser breites Sortiment, das wir immer wieder auf den Prüfstand stellen, sondern auch Dinge wie Primärverpackung, Sekundärverpackung oder Logistik. Innovation erfordert stets ein offenes Ohr, vor allem gegenüber den Bedürfnissen des Kunden. Unsere Produkte gehen an die unterschiedlichsten Abnehmer – vom Sternerestaurant bis hin zum Imbiss. Im Falle des Jokey-Seal-Tainers haben alle Beteiligten an einem Strang gezogen, eine Voraussetzung für gute Ergebnisse.

Glückliche Kühe sorgen für glückliche Menschen - so einfach ist das: Genossenschaftliche Molkereien wie etwa die BMI in Bayern zeichnen sich oft dadurch aus, dass der Großteil ihrer Mitglieder einen höchstens mittelgroßen Viehbestand habenBMI
Mahlzeit! Verbraucher lieben eine Brotzeit mit herrlichen Käseprodukten, hergestellt über technisch sichere KonzepteBMI

MN: Welche technischen Umstellungen mussten Sie in der Molkerei durchführen, um Ihre Produkte in den neuen Jokey-Seal-Tainer abfüllen zu können?
Zaremba: Es waren einige Umstellungen an der Eimeranlage erforderlich. Wir brauchten neue Werkzeuge zur Eimervereinzelung, also zum Entstapeln der ineinandergesteckten Eimer, und neue Siegelwerkzeuge für das Versiegeln der Folie. Für den Roboter, der die Eimer palettiert, musste ein neues Programm geschrieben werden. Dazu kamen noch Tests hinsichtlich des Transports und der Logistik. Das muss alles genau besprochen werden. Es waren viele Leute involviert, bis hin zum Folien- und zum Papierlieferanten, letzterer wegen des Papiers, das beim Stapeln auf den Paletten zwischen die Schichten kommt. In unserem Werk in Zapfendorf haben wir die Umstellung bereits abgeschlossen, die anderen Werke werden bis Ende 2016 folgen.

MN: War Jokey Ihnen bei diesen Prozessen in Ihrem Werk behilflich?
Zaremba: Definitiv! Wir haben vieles gemeinsam koordiniert. Die Unterstützung bei der Anpassung unserer Abfülllinie vervollständigte die Win-Win-Situation des gesamten Projekts.